So war die 2.Bürgerreise 2024

Mediterraner Lebensstil und großartige Bauwerke
Zweite Bürgerreise der Marktgemeinde Teisnach führte in die Toskana – 74 Teilnehmer waren von viertägiger Fahrt begeistert -> Bildergalerie am Ende der Seite

Mediterranes Flair, Chianti-Wein und Pasta, traumhafte Landschaften und großartige Bauwerke haben 74 Teisnacher und Teisnacherinnen bei der Bürgerreise erlebt, die in der ersten Mai –Woche in die Toskana führte. Höhepunkte des viertägigen Ausflugs waren Pisa, San Gimignano und Cinque Terre, wo aber auch die Begleiterscheinungen des Massentourismus spürbar wurden.
Nachdem die erste Teisnacher Bürgerreise im vergangenen Jahr nach Südtirol solche Begeisterung ausgelöst hatte, war es nicht verwunderlich, dass die diesjährige Fahrt in die Toskana schnell ausgebucht war. Bürgermeister Daniel Graßl erwies sich einmal mehr als akribischer Organisator und routinierter Reiseleiter, bestens unterstützt von einem eingespielten Helferteam mit Karl Augustin sen. und Steffi Haimerl vorneweg sowie Busfahrer Tom Pokorny.
„Mitten in der Nacht“, um 3 Uhr früh, stiegen in Arnetsried die ersten Fahrgäste in den Doppeldecker der Firma Mückenhausen/Artmeier, der an verschiedenen Haltestellen alle Reiseteilnehmer „einsammelte“, um dann über Deggendorf und München Richtung Süden zu starten. Die Sonne stand schon hoch am Himmel, als Halt für eine ausgiebige Frühstückspause gemacht wurde. Über Kufstein, Innsbruck und den Brenner ging’s zügig zur italienischen Grenze und vorbei an Brixen und Trient hatte man schon am Mittag das erste Ziel erreicht: Bardolino am Gardasee.
Allerdings vermieste starker Regen den Aufenthalt in dem malerischen Badeort, so dass alle froh waren, bald zum Quartier in Tirrenia am Tyrrhenischen Meer aufbrechen zu können. Nach drei Stunden Fahrt durch die Toskana kam man am frühen Abend dort an und das Wetter hatte sich auch so weit gebessert, dass noch ein Spaziergang ans Meer möglich war.

Meisterwerke der Baukunst

Der zweite Tag war – bei strahlendem Sonnenschein – ganz dem Besuch von zwei „Highlights“ der Toskana gewidmet – Pisa und San Gimignano. Dass die einst mächtige Handelsstadt Pisa und die malerische Kleinstadt San Gimignano zusammen mit Florenz und Siena zu den Touristenmagneten dieser Region gehören, wurde mit den Menschenmassen sichtbar, die hier den ganzen Tag unterwegs waren. Aber schier alles wissende, deutschsprachige Reiseführerinnen sorgten dafür, dass man viel über Land und Leute, Geschichte und Kultur erfuhr.
Überwältigt war man in der 90000-Einwohner-Stadt Pisa vom Hauptplatz, der Piazza dei Miracoli, auf dem nicht nur der berühmte Schiefe Turm sehenswert ist. Der 56 Meter hohe Glockenturm, der sich bereits bei seiner Fertigstellung im Jahre 1372 zur Seite neigte, gehört zu der gewaltigen romanischen Kathedrale, dem Dom Santa Maria Assunta. Gleich nebenan erhebt sich das Baptisterium, die größte christliche Taufkirche der Welt mit einer fantastischen Akustik. Und dahinter erstreckt sich der Camposanto Monumentale, eine riesige rechteckige Friedhofsanlage mit Arkaden aus dem 13. Jahrhundert – alles Meisterwerke italienischer Baukunst.
Ebenfalls Baukunst, aber ganz anderer Art, erlebten die Teisnacher dann am Nachmittag in San Gimignano. Die mittelalterliche Kleinstadt auf einem Hügel südwestlich von Florenz ist geprägt von den so genannten Geschlechtertürmen, mit deren Errichtung sich die Patrizierfamilien gegenseitig übertreffen wollten. 13 von einst 72 stehen noch heute und sind auch bewohnt, der höchste, Torre Grossa, ist 54 Meter hoch. Dazwischen lieferten die engen Gassen reizvolle Fotomotive und weil eine Eisdiele mit „The world’s most famous Gelato 2024“ warb, standen dort ständig Aberhunderte von Besuchern aus aller Herren Länder geduldig an. Den Abschluss des Tages bildete eine Olivenöl- und Weinverkostung mit Einkaufsmöglichkeit auf einem kleinen Landgut, bevor es zurück ins Hotel ging.

Zug, Schiff und Massentourismus

Für Italien-Liebhaber ist Cinque Terre ein absolutes Muss und diese einzigartige Komposition aus mediterranem Flair und Dorfidylle an der ligurischen Riviera durfte die Reisegesellschaft am dritten Tag kennenlernen. Über Jahrhunderte lebten die Bewohner des schwer zugänglichen Küstenstreifens vom Anbau von Zitrusfrüchten und Oliven und dem Fischfang. In der Isolation haben die fünf Dörfer, die wie Schwalbennester an den Felsnasen kleben, ihre Schönheit bewahrt.
Überflutet werden sie heute allerdings von den Touristenmassen. Das beginnt schon bei der Fahrt mit dem Zug, in dem man von der bedeutenden Hafenstadt La Spezia in Richtung Genua alle fünf Orte – Riomaggiore, Manarola, Corniglia, Vernazza und Monterosso – erreicht und endet im Gedränge vor Restaurants und Geschäften. Dank versierter Reiseführerinnen wurden die Teisnacher aber sicher durch Bahntunnels und überfüllte Gassen, steile Weinberge und sonnige Badestrände geleitet, bevor man am späten Nachmittag mit dem Schiff die Rückfahrt nach La Spezia antrat. Nach dem Abendessen blieb man im Hotel noch in geselliger Runde beisammen, begleitet von den Musikern Franz Gierl und Karl Petersamer.

Gottesdienst und Dankesworte

Vor dem Frühstück am Sonntag feierte Pfarrer Tobias Magerl in der kleinen Franziskaner-Kirche von Tirrenia mit der Reisegruppe noch die heilige Messe, bevor man die lange Heimfahrt antrat. Sie hatte aber noch ein lohnenswertes Ziel im Programm, die Stadt Mantua in der Lombardei, die 2016 Kulturhauptstadt Europas war. Die ausgiebige Mittagspause wurde genutzt, um die historische Altstadt mit der großartigen Kathedrale Sant’ Andrea zu besichtigen und sich auch an den Tiroler Freiheitskämpfer Andreas Hofer zu erinnern, der in Mantua 1810 von den Franzosen hingerichtet wurde.
Danach aber ging es in flotter Fahrt und ohne Staus Richtung Norden. Bei Kufstein wurde am frühen Abend nochmals eine längere Pause eingelegt, bei der Bürgermeister Daniel Graßl die in der Bordküche zubereitete Gulaschsuppe servierte. Dann steuerte man endgültig die Heimat an, die man wohlbehalten gegen 22.30 Uhr erreichte. Und beim Abschied gab es viele Dankesworte von allen Seiten für Bürgermeister Graßl und sein Helferteam für eine perfekt organisierte und erlebnisreiche Bürgerreise.
Text und Bilder: Franz Hackl, Daniel Graßl

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